Die Schmelztalstraße

ein Rückblick auf ihre Geschichte

von Bernhard Fiebig, Bürgerverein Aegidienberg

Seit Jahrhunderten verbinden Täler die Menschen „da unten“ mit denen „da oben“.

Solches gilt auch für das Schmelztal.

Eine Straße durch dieses Tal war daneben auch eine Verbindung zu und von den Lagerstätten verschiedener Erze, die hier gefördert, geschmolzen und als Metalle abtransportiert wurden.

Darüber hinaus war unsere Straße auch eine Verbindungsader von der Ebene mit ihren Handelswegen den Rheinstrom hinauf und hinunter in das Hinterland, den vorderen Westerwald.

Die Straße verband Honnef (seit 1960 Bad Honnef) mit dem Asbacher Raum und querte dabei die Gemeinde Aegidienberg, genau genommen den Wohnort Himberg, und führte weiter nach Rottbitze, einer damals recht einsamen Kreuzung mit einem Wirtshaus. Dort musste der Reisende sich für eine Richtung entscheiden:

  • links auf der Wasserscheiden zwischen Sieg und Wied nach Asbach,
  • geradeaus aus dem „Bergischen“ (Herzogtum Berg) ins „Kölsche“ (Erzbistum Köln/Kurköln) ins heutige Rederscheid (früher Kölsch Retscheid)
  • eine Wendung nach rechts führte kretzhaus und auf der Höhe weiter Richtung St. Katharinen und talwärts nach Linz.

1855 bauten die Preußen die Schmelztalstraße in der heutigen Streckenführung. Die Straße wurde als Poststraße für die Beförderung der Briefpost genutzt und später für die Personenbeförderung, die sogenannte „Kraftpost“. Die erste Poststelle für Aegidienberg war in Himberg eingerichtet, in ehemaligen Gasthof „Zur Post“.

Erst in den Jahren nach 1960 wurde eine Hauptpost nach Aegidienberg errichtet.

Bevor die Verkehrsader Schmelztalstraße (heute L 144) in der heutigen Form über Kehren und Windungen hinter die Sieben Berge kletterte, hatte es Jahrhunderte hindurch neu einen Fußweg, den „Butterweg“ gegeben. Die Route führt von Aegidienberg aus vorbei am Specks Bau ins Logebachtal , dann über die Kohlstraße, die Ziegenhardt hinunter zum Schaffhausener Kreuz und am Bach vorbei bis Honnef. Butter, Eier und andere landwirtschaftliche Produkte, wurden ins Tal getragen und auf dem Markt verkauft.

Aufgrund von Renaturierung ist dieser Fußweg in der gesamten Länge heute nicht mehr begehbar bzw. teilweise in die Streckenführung der Schmelztalstraße integriert.