Woher kommt der Name?
von Martin Lehnert, Mitglied des Organisationsteams
Das Siebengebirge hat eine lange Geschichte. Bevor sich hier ein Gebirge erhob waren weite Teile Europas mit Meer (dem Devonmeer vor 400 Millionen Jahren) bedeckt, auch das Gebiet des heutigen Siebengebirges. Es lagerten sich feine Schlämme und Sand ab, die zum Teil durch Flüsse in das Meer geschwemmt wurden. Sie wurden mit der Zeit zu Tonsteinen, Schluffsteinen und Sandsteinen.
Vor ca. 320 Millionen Jahren zog sich das Meer nach Nordwesten zurück. Die ursprünglich flachliegenden devonischen Ablagerungen (mit Fossilien von Meeresbewohnern) wurden durch starken seitlichen Druck zusammengepresst und aufgefaltet. Ein Gebirge entstand. Es bildeten sich tiefe Risse und Klüfte, im welche heißes und mineralhaltiges Wasser aus dem Erdinneren floss. Durch die in dem Wasser gelösten Mineralien bildeten sich Quarze, Blei-, Zink- und Kupfererze. Sie stellen die Grundlage für den Erzabbau im Siebengebirge dar.
In dem Zeitraum von 280 Millionen Jahren und 70 Millionen Jahren herrschte im Bereich des heutigen Siebengebirges tektonische Ruhe. Das Gebiet war der Verwitterung ausgesetzt und das ehemalige Hochgebirge wurde auf eine geringe Höhe abgetragen.
Das heute sichtbare Siebengebirge entstand auf diesem Grund durch eine Hebung des Rheinischen Schiefergebirges und das gleichzeitige Einbrechen des Landes vor 28 Millionen Jahren. Vulkanische Aktivität brachte große Mengen an Trachyttuffen an die Oberfläche und überdeckte weitgehend die Reste des Rheinischen Schiefergebirges.
Stellenweise finden sich jedoch Reste dieses erdgeschichtlichen Vorläufers. Die vor 320 Millionen Jahren entstandenen Blei-, Zink- und Kupfererze konnten deshalb durch Bergbau im Siebengebirge gefördert und geschmolzen werden. Davon zeugt der Name Schmelztal.
Der Erzbergbau begann in Honnef im Jahre 1753. Im Honnefer Stadtgebiet waren das Kupfer-, Blei-, Zink- und Eisenerze. Es sind über 70 Erzgruben im Bad Honnefer Stadtgebiet bekannt. Die ältesten Gruben dürften die Grube »Theresia« (später hieß sie »Glückliche Elise«) im Einsiedlertal, »Glücklicher Johannes« sowie »St. Marcus Glück« im Schmelztal und »Britannia« in der Nähe der Servatiuskapelle gewesen sein. Mit dem Verfall der Buntmetallpreise kam der Bergbau im Siebengebirge ab 1875 zum Erliegen.
Über die wechselvolle und in den Details sehr interessante Geschichte des
Erzabbaus im Siebengebirge geben zwei illustrierte Artikel des Rheinkiesels aus dem Jahr 2004 Auskunft.
Links zu diesen Artikeln finden Sie hier:
http://www.rheinkiesel.info/pdf/rk0404.pdf
http://www.rheinkiesel.de/pdf/rk0407.pdf